Altersbedingte Makuladegeneration - AMD

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist in unseren Regionen die häufigste Ursache für eine Sehminderung im Alter. Sie tritt in der Regel erst nach dem 60. Lebensjahr auf und ihre Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter. Rund ein Drittel der über 70-jährigen Menschen ist von einer Frühform der AMD betroffen. Veränderungen im Rahmen der AMD treten in der Region der Makula auf, dem Zentrum der Netzhaut. Typische Symptome sind eine verschlechterte Sehschärfe, vermindertes Kontrastsehen und die Wahrnehmung von verzerrten Konturen.

Es werden zwei verschiedene Formen der AMD unterschieden: die trockene und die feuchte Form. Über 80 Prozent der Betroffenen leiden an einer trockenen AMD. Diese schreitet in den meisten Fällen sehr langsam fort und führt zu geringeren Einschränkungen des Sehens als die feuchte AMD. Die Lesefähigkeit bleibt meist erhalten. Therapieansätze sind bisher keine bekannt. Um den Krankheitsverlauf aber möglichst zu verlangsamen, sollten folgende Punkte beachtet werden:

Eine trockene AMD kann in eine feuchte Form übergehen. Diese feuchte AMD wird meist durch eine plötzliche Beeinträchtigung der Sehschärfe und verzerrte Linien bemerkt. Mit einer Spezialuntersuchung (OCT, siehe Abbildung) können Querschnittbilder der Makula dargestellt werden. Diese erlauben eine Beurteilung über das Ausmass der Erkrankung. Es kommt zur Schwellung der Netzhaut durch Neubildung von Blutgefässen unter der Makula. Ohne Behandlung führt dieser Prozess zur fortschreitenden Verschlechterung der zentralen Sehschärfe. Im Spätstadium werden nur noch grobe Konturen erkannt, das Gesichtsfeld um den zentralen Ausfall bleibt aber intakt. Die Minderheit der Patienten mit AMD ist von einer feuchten Form betroffen.

Makuladegeneration Bild 1 Makuladegeneration Bild 2 Makuladegeneration Bild 3

Die feuchte AMD kann in den meisten Fällen mit einer Injektionstherapie am Auge behandelt werden. Derzeit sind 2 Wirkstoffe für die Behandlung der feuchten AMD zugelassen: Lucentis® und Eylea®. Beide Präparate werden im Augenzentrum Wil angewendet und ihre Resultate in einer studienbasierten Qualitätskontrolle erfasst. Ihr Wirkstoff führt zur Rückbildung der krankhaften Gefässe und reduziert die Schwellung der Netzhaut. Das Ziel dabei ist es, ein weiteres Fortschreiten der Krankheit und damit eine weitere Verschlechterung der Sehschärfe zu stoppen. Bei einem Teil der Behandelten kann sogar eine Verbesserung der Sehschärfe erreicht werden. Die Injektionen müssen anfangs monatlich durchgeführt werden. Im therapiefreien Intervall sind engmaschige Kontrollen zwingend. Man kann nicht voraussagen, wieviele Injektionen beim einzelnen Patienten nötig sind. Da die feuchte AMD aber eine chronische Erkrankung ist, muss mit einer langfristigen Therapie gerechnet werden. Unsere eigenen Studiendaten zeigen im ersten Behandlungsjahr durchschnittlich 7 Injektionen, später gering weniger. Nach jedem Behandlungszyklus findet eine eingehende Untersuchung mit Standortbestimmung und Besprechung über das weitere Vorgehen statt.

Die Injektionen werden in unserer Tagesklinik unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Sie müssen mit einem Aufenthalt von maximal einer halben Stunde rechnen. Die Behandlung wird von den Patienten generell als sehr gut erträglich beurteilt, die Injektion wird nur für einen sehr kurzen Moment gespürt.